Zentralasiatische Kulturwissenschaft / Central Asian Studies

Sie sind fasziniert vom Dalai Lama, der seit Jahrzehnten den gewaltfreien Widerstand gegen die chinesische Besetzung Tibets anführt? Sie möchten mehr über die Geschichte und Kultur der Tibeter erfahren? Oder gilt Ihr Interesse mehr der Mongolei, der einzigen funktionierenden Demokratie in Innerasien? Vielleicht möchten Sie auch die tibetische oder mongolische Sprache lernen, um diese Kulturen besser zu verstehen? Dann kommen Sie nach Bern und studieren Zentralasiatische Kulturwissenschaft. Dieses Studienfach, das schweizweit nur in Bern angeboten wird, bietet Ihnen die Möglichkeit, die tibetischen und mongolischen Kulturen mit ihrer reichen Geschichte, aber auch in ihren heutigen Herausforderungen, näher kennenzulernen. 

Was ist Zentralasiatische Kulturwissenschaft?

Zentralasien bezeichnet eine Grossregion im Zentrum des asiatischen Kontinents, die Tibet, die Mongolei, Xinjiang, Afghanistan und die so genannten GUS Staaten Kasachstan, Kyrgystan, Uzbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan umfasst. Die Zentralasiatische Kulturwissenschaft beschäftigt sich mit der Sozial-, Kultur-, Politik-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte dieses Raumes. Sie ist einerseits eine Regionalwissenschaft, andererseits bedarf es für ihren Gegenstandsbereich eines multidisziplinären Zugangs. In Bern liegen die geographischen und inhaltlichen Schwerpunkte der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft auf den Gesellschaften des tibetischen und mongolischen Kulturraums. Ein Studium der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft vermittelt regionalwissenschaftliches Fachwissen, solide Sprachkenntnisse im Tibetischen und Mongolischen sowie interkulturelle Kompetenzen.

Fachliche Schwerpunkte in Bern:
Die Zentralasiatische Kulturwissenschaft in Bern hat ein geschichtswissenschaftliches, religionswissenschaftliches und sozialanthropologisches Profil. Ihr Forschungsinteresse gilt der Geschichte und Gegenwart Tibets und der Mongolei sowie ihren sozialen und politischen Institutionen im Kontext der Nachbarregionen. Ein besonderes Gewicht legt die Zentralasiatische Kulturwissenschaft in Bern auf die Erforschung der religiösen und säkularen Wissenstraditionen, die die Gesellschaften dieses Raums über die Jahrhunderte geprägt haben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Dynamiken kulturellen Kontakts und den vielfältigen kulturellen, politischen und religiösen Verflechtungen zwischen Tibet und der Mongolei. Darüber hinaus beschäftigt sich die Zentralasiatische Kulturwissenschaft in Bern mit der Erforschung der gegenwärtigen politischen und religiösen Entwicklungen und deren Einfluss auf die sozialen Strukturen in den heterogenen Gesellschaften der Inneren Mongolei, der Mongolei, der Tibetischen Autonomen Region und der tibetischen Exilgesellschaft. In Lehre und Forschung werden auch gründliche Kenntnisse der religiösen und säkularen Literaturen Tibets und der Mongolei vermittelt.

Sprachen:
Während des Studiums wird grosser Wert auf das Erlernen einer (im Bachelor), im Master sogar zweier Sprachen des innerasiatischen Kulturraums gelegt. Die Studierenden können, je nachdem, ob sie ihren fachlichen Schwerpunkt auf Tibet oder die Mongolei legen, zwischen der mongolischen und der tibetischen Sprache wählen. In beiden Schwerpunkten wird die klassische Schriftsprache und im Masterstudium auch die moderne Umgangssprache gelernt. Als zweite Sprache können im Master auch Chinesisch oder z.B. Uzbekisch gewählt werden.

Ein grosser Teil der tibetisch- und mongolischsprachigen Originalliteratur ist bis heute nicht in eine westliche Sprache übersetzt. Daher ist der zweisemestrige Sprachunterricht im klassischen Tibetischen und Mongolischen darauf angelegt, den Studierenden das Rüstzeug beizubringen, tibetisch- und mongolischsprachige Originaltexte selbständig lesen und verstehen zu lernen und sie als Primärquellen erschliessen zu können. Der Sprachunterricht in den modernen Umgangssprachen ermöglicht durch den Erwerb guter Hör-, Sprech-, Lese- und Schreibfähigkeit, in den jeweiligen Sprachräumen sicher zu kommunizieren. Am besten lernt man die gesprochenen Sprachen in der Region selbst. Es besteht die Möglichkeit, Sprachkurse in Ulaanbaator (Mongolei) zu besuchen oder, hier allerdings abhängig von den sich ständig ändernden politischen Gegebenheiten, ein Auslandssemester an der Universität von Lhasa zu absolvieren.

Berufsfelder:

Das Studium der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft qualifiziert für eine breite Palette von Berufen. Wie jedes geistes- und sozialwissenschaftliche Studium vermittelt es neben spezifischem Sachwissen fachübergreifende Kompetenzen wie die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und zu analysieren. Solche Fähigkeiten sind in unterschiedlichen beruflichen Feldern gefragt. Da Absolventinnen und Absolventen der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft nicht nur die entsprechenden Sprach- und Landeskenntnisse, sondern auch eine hohe interkulturelle Kompetenz im Studium erwerben, sind sie begehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Migrationswesen, in NGOs oder in der DEZA. Die Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Mongolei in den letzten Jahren eröffnet auch Berufsfelder im öffentlichen Dienst, so im EDA. Für das Studium bietet sich hier eine Kombination mit Wirtschafts- oder Rechtswissenschaft an. Auch im Kulturmanagement, z.B. in Stiftungen, Museen oder Bibliotheken, und im Medien- und Publikationswesen sind Absolventinnen und Absolventen der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft gefragt.

Studium der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft:
Zentralasien bezeichnet eine Grossregion im Zentrum des asiatischen Kontinents, die Tibet, die Mongolei, Xinjiang, Afghanistan und die so genannten GUS Staaten Kasachstan, Kyrgystan, Uzbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan umfasst. Die Zentralasiatische Kulturwissenschaft beschäftigt sich mit den Sprachen und Kulturen dieses Raumes. Ihre regionalen Schwerpunkte sind zumeist abhängig von den Forschungsschwerpunkten der einzelnen Institute und der dort lehrenden Professorinnen und Professoren und Dozierenden. In der Schweiz kann Zentralasiatische Kulturwissenschaft nur in Bern studiert werden. In Bern liegen die geographischen und inhaltlichen Schwerpunkte der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft auf den Gesellschaften des tibetischen und mongolischen Kulturraums.

Die Studienprogramme der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft in Bern bieten eine fachwissenschaftliche Ausbildung in den Sprachen und Kulturen Tibets und der Mongolei an. „Tibet“ umschliesst neben der Tibetischen Autonomen Region (TAR) der Volksrepublik China auch die traditionell tibetischen Gebiete in Nordost- und Osttibet, Amdo und Khams, und auch die tibetischen Exilgemeinschaften, u.a. in Indien und der Schweiz. Die „Mongolei“ umfasst die heute zur Volksrepublik China gehörende Innere Mongolei, die Mongolei (Mongol uls), sowie die Buryatischen und die Kalmückischen Republiken innerhalb der Russischen Föderation.

Die Inhalte des Studiums der Zentralasiatischen Kulturwissenschaft in Bern sind zum einen auf den Erwerb solider Sprachkenntnisse, zum anderen auf unterschiedliche Wissensbereiche innerhalb der tibetischen und mongolischen Kultur-, Sozial- und Religionsgeschichte ausgerichtet. Systematische Lehrveranstaltungen führen zudem in kultur- und sozialwissenschaftliche Methodologie und Theoriebildung ein.

Im Bachelor kann Zentralasiatische Kulturwissenschaft nur im Minor studiert werden: 

Zentralasiatische Kulturwissenschaft im Master Major und Minor: